Türen lackieren wie ein Profi

Eine lackierte Tür verzeiht nichts: Jeder Läufer, jeder Pinselstrich, jedes Staubkorn bleibt sichtbar. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Reihenfolge und etwas Geduld gelingt das Ergebnis auch ohne Meisterbrief.

1. Vorbereitung — die halbe Miete

  • Tür aushängen und waagrecht auf Böcke legen, wenn möglich. Auf der liegenden Fläche verlaufen Läufer nicht.
  • Beschläge abmontieren oder sauber abkleben — gutes Abdeckband zahlt sich hier aus.
  • Gründlich reinigen: Fett und Schmutz mit Anlauger abwaschen. Auf ungereinigter Fläche hält kein Lack.

2. Schleifen

Alten Lack mit Korn 180–240 gleichmäßig anschleifen — nicht durchschleifen, nur die Oberfläche mattieren, damit der neue Lack Haftung findet. Danach den Schleifstaub vollständig entfernen (Staubbindetuch oder leicht feuchtes Tuch, trocknen lassen).

3. Grundieren — wenn nötig

Bei intaktem Altlack reicht der Anschliff. Grundierung braucht es bei rohem Holz, durchgeschliffenen Stellen, stark saugendem Untergrund oder wenn Astlöcher und Verfärbungen abgesperrt werden müssen. Ausbesserungen mit Spachtel glätten und nachschleifen.

4. Lackieren

  • Lackwahl: Wasserbasierter Acryllack vergilbt nicht und riecht kaum — für weiße Innentüren heute die erste Wahl. Lösemittelbasierte Alkydlacke verlaufen etwas schöner und werden härter, vergilben aber bei Weiß mit der Zeit.
  • Werkzeug: Flächen mit der feinporigen Schaum- oder Mikrofaser-Lackwalze rollen, Profilierungen und Kanten zuerst mit dem Pinsel vorlegen.
  • Technik: Dünn auftragen und zügig in einer Richtung verschlichten. Zwei dünne Schichten schlagen eine dicke — immer.

5. Zwischenschliff und zweite Schicht

Nach vollständiger Trocknung mit Korn 240–320 fein zwischenschleifen, entstauben, zweite Schicht auftragen. Dieser Zwischenschliff ist der Schritt, den Heimwerker am häufigsten auslassen — und der Grund, warum sich Profi-Ergebnisse glatt anfühlen.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Zu dick lackiert → Läufer und lange Trocknung
  2. Schleifstaub nicht entfernt → raue, körnige Oberfläche
  3. Zweite Schicht zu früh → Anlösen der ersten, Streifenbildung

Alles Material dafür — vom Schleifpapier bis zum Lack — finden Sie bei uns im ProfiShop oder online. Und wenn es doch der Profi machen soll: Wir lackieren auch.